JgKp TULLN bei den 4 Daagse

Alle Jahre wieder verwandelt sich die 160.000 Einwohner zählende niederländische Stadt Nijmegen in das Wander-und Marschspektakel weltweit.

Die Veranstaltung heißt „De 4 Daagse“ oder schlechthin und unbescheiden „walk of the world“ und fand heuer – bereits zum 101. Mal – mit ca. 50.000 wanderbegeisterten und schmerzverliebten Individualisten statt.

Es gibt 4 unterschiedliche Marschrouten, die sich kleeblattartig um die Stadt Nijmegen ziehen.

Was 1909 ursprünglich als kleine Wandergruppe mit 300 Teilnehmern begann, entwickelte sich in knapp 100 Jahren zu einem absoluten Megaspektakel.

Man muss sich vorstellen, dass sich in dieser Woche vom Rauchfangkehrer bis zum Uniprofessor quasi jeder auf den Straßen aufhält, um die Wanderer und Soldaten aus allen Teilen der Welt zu unterstützen, zu applaudieren oder um sich einfach nur an diesem Schauspiel zu erfreuen.

Unsere beiden Kameraden HAIM Stefan und MENEDER Michael konnten heuer über die Organisation des HSV-Wien  Sektion Wandern am „walk of the world“ neben 38 weiteren Soldaten des ÖBH daran teilnehmen.

Täglich werden ca. 40km mit 10kg Rückengepäck zurückgelegt, und wer denkt, dass es in Holland keine Berge gibt, wird am 3. Tag mit dem berühmten „Berg en dal“ wohl endgültig eines Besseren belehrt. Was aber motiviert uns, früh morgens um 0300 aufzustehen und die Marschroute in Angriff zu nehmen?

 

Teils ist es die Stimmung, die man kaum mit Worten beschreiben kann, man muss es einfach miterlebt haben- und sei es nur als Zuseher. Einerseits ist es die Stimmung im eigens dafür aufgebauten Militärcamp (Unterbringung der militärischen Teilnehmer) und natürlich die am Straßenrand mit leuchtenden Augen wartenden Kinder, die ständig ein „high five“ einfordern. Andererseits ist es das herrliche Gefühl, gemeinsam in 4 Tagen 160 Marschkilometer zurückgelegt zu haben und jeden kleinsten Ort an der Wanderroute bis zum Bersten mit abertausenden Menschen zu füllen und diese einzigartige Stimmung zu erleben.

Wer als Niederländer nicht mitmarschiert, ist Zuseher. Vom Kleinkind bis zum Opapa – tanzend, singend, Kekse und Getränke verteilend oder Blumen überreichend – egal wann und wo. Dieses bunte Treiben ist einzig vergleichbar mit der Volksfeststimmung bei einem Marathonzieleinlauf – jedoch in diesem Fall entlang von 200km!

Stefan hielt die österreichische Fahne bereits am 1. Tag in der Marschgruppe hoch, und Michael konnte sich mit den Schnellsten als Einzelmaschierer messen. Wobei – um Schnelligkeit geht es bei diesem Event wirklich nicht – die Kameradschaft, das Mit- und Füreinander ist nicht in Worte und Bilder zu fassen. Diese Stimmung muss man einfach als österreichischer Soldat erlebt haben.

Eine Bereicherung ist auch das alljährliche Wiedersehen mit lieb gewonnen Freunden aus den USA, aus Frankreich, Australien, Kanada, Japan, etc. und das Versprechen, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Für unsere Kameraden Stefan war es das 2. und Michael das 5. Mal, dass sie an diesem Event teilgenommen haben. Wenn dieser Bericht noch nicht ausgereicht hat euch zumindest anzuregen über eine Teilnahme nachzudenken, fragt sie direkt – sie werden euch gerne persönlich von diesem einmaligen Spektakel berichten.

Horridoh- Stefan und Michael

2017-08-07T21:20:15+00:00 August 7th, 2017|Veranstaltungen|0 Comments